Straßen zum Platz

Kooperationsprojekt des raum45 und der Hochschule der bildenden Künste (HBK) Essen für ein temporäres Kunstprojekt im Isenbergviertel von Essen im Sommer 2017

Straßen zum Platz

Die Straße, der Platz gehören zum öffentlichen Raum. Sie gestalten die Stadt, organisieren und beleben sie. Straßen verbinden Orte und sind gleichsam Schneisen in der architektonischen Bebauung. In ihrer Funktion und Nutzung stehen sie für Bewegung. Der Platz ist dagegen Rückzugsraum, Station und steht damit für das Verweilen. Auf Straße und Platz wird Stadtraum erfahrbar, ihre Anlage und Ausrichtung prägen und definieren ein Stadtviertel.

Sechs Straßen (Emilienstr., Schornstr., Isenbergstr., Rellinghauser Str., Max-Reger Str., Beethovenstr.) führen auf den Isenbergplatz, der ein urbanes Zentrum des Viertels darstellt. Der Bereich des Projektes und damit der „Aktionsradius“ der teilnehmenden Studierenden soll begrenzt (s. Kartenausschnitt) und damit eine Dichte der künstlerischen Interventionen erzeugt werden.

isenbergplatzkarte

Im Rahmen eines Seminars unter der Leitung von Prof. C. Gliese und Prof. M. Köpp wird das historisch gewachsene Umfeld des Isenbergplatzes zum Gegenstand einer künstlerischen Auseinandersetzung. Was kann hier beobachtet und entdeckt werden, das zu einer künstlerischen Intervention inspiriert? Die konkrete Beschäftigung mit den Zeichen einer Straße kann ebenso dazu dienen wie die mit der Bedeutung und Funktion von abstrakten Karten und Plänen. Perspektiven oder Nischen, die im Straßenbild, auf den Wegen und in der Platzanlage entdeckt werden, gehören dazu, aber auch z. B. die Frage: Wie lassen sich „tägliche Wege“ künstlerisch interpretieren, wie können Entfernungen gestaltet und erfahrbar gemacht, Verbindungen geschaffen werden?

Licht- und Toninstallationen, Videoprojektionen, Plakate und selbstgefertigte Karten sind z. B. denkbar, aber auch Objekte und Fotobücher zum Thema.

Die besondere Herausforderung und reizvolle Aufgabe liegen darin, künstlerische Werkideen zu entwickeln, die sich unter den gebotenen Bedingungen und Einschränkungen in das Viertel integrieren lassen. Eine Abstimmungen mit Anwohnern und Verantwortlichen in öffentlichen Ämtern ist dabei selbstverständlich.

Durch die aktive Erschließung des Isenberplatzes mit seinem Umfeld durch die Künstlerinnen und Künstler, die Planung und Vorbereitung der Werke und ihre Präsentation, wird durch das Projekt selbst ein Netz künstlerischer Art durch das Viertel gelegt. Diskussionen mit und unter den Anwohnern finden statt, Bekanntschaften werden gemacht. Die Kunst baut über Straßen und Plätze Brücken im Viertel.

Prof. Carsten Gliese

Prof. Milo Köpp

Hochschule der bildenden Künste Essen
Prinz-Friedrich-Str. 28 A
45257 Essen

Ein Gedanke zu „Straßen zum Platz“

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